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Karte 79. Bericht
Mexico
Mexiko (amtlich Estados Unidos Mexicanos, Vereinigte Mexikanische Staaten), föderale Republik in Mittelamerika, die im Norden an die Vereinigten Staaten, im Osten an die Vereinigten Staaten, den Golf von Mexiko und das Karibische Meer, im Süden an Belize und Guatemala sowie im Westen an den Pazifik grenzt. Das föderalistische Hoheitsgebiet erstreckt sich über Mexiko selbst auch auf eine Reihe von Inseln vor der Küste. Das Land hat eine Fläche von 1 964 382 Quadratkilometern. Die Hauptstadt ist Mexiko-Stadt (Ciudad de México).
Land
Der größte Teil Mexikos besteht aus einem riesigen Hochlandblock, der an den Seiten von Randgebirgen umsäumt ist, die im Osten und Westen steil zu schmalen Küstenebenen hin abfallen. Die beiden Bergketten, Westliche Sierra Madre (teilweise über 3 500 Meter hoch) und Östliche Sierra Madre (zum Teil über 4 000 Meter hoch), treffen sich im Südosten in dem La Junta genannten Gebiet. Dort bilden sie die Südliche Sierra Madre, ein erdbebengefährdetes Gebiet. Hier erheben sich außerdem viele Vulkane, darunter die höchsten Gipfel von Mexiko (siehe Sierra Madre). Höchster Berg des Landes ist der 5 610 Meter hohe Citlaltépetl. Zweithöchste Erhebung ist der 5 452 Meter hohe Popocatépetl, ein Vulkan, der im Dezember 2000 letztmals ausbrach. Die Südliche Sierra Madre führt zum Isthmus von Tehuantepec, der zwischen der Bucht von Campeche und dem Golf von Tehuantepec liegt.
Das hervorstechendste topographische Merkmal des Landes ist das innere Hochland (Meseta Central). Seine Höhe variiert zwischen 1 500 und 3 000 Meter. Es stellt eine Fortsetzung der Ebenen im Südwesten der Vereinigten Staaten dar und umfasst mehr als die Hälfte der Gesamtfläche Mexikos. Das Hochland fällt von Westen nach Osten und vom Süden her ab. Im Süden liegt die Höhe zwischen 1 830 und 2 440 Metern und im Norden bei ungefähr 1 070 bis 1 220 Metern über dem Meeresspiegel. Zwei große Täler bilden deutlich erkennbare Becken im Hochland: der Bolsón de Mapimí im Norden und das Tal von Mexiko oder Anáhuac im inneren Mexiko.
Im Allgemeinen liegen die Küstenebenen tief und sind flach und sandig. An der Pazifikküste sind sie aber an einigen Stellen von Gebirgsvorsprüngen durchbrochen. Niederkalifornien (Baja California), eine lange, schmale Halbinsel, die sich vom äußersten Nordwesten des Landes aus 1 225 Kilometer weit nach Süden erstreckt, wird von Bergen durchzogen, die die Fortsetzung des Küstengebirges im Bundesstaat Kalifornien in den USA sind. Die Halbinsel Yucatán bildet die Südspitze des Landes.
In Mexiko gibt es nur wenige große Flüsse. Die meisten davon sind nicht schiffbar. Der längste Fluss ist der Rio Grande (in Mexiko heißt er Río Bravo del Norte), der entlang der Grenze zu den Vereinigten Staaten verläuft und sich insgesamt über 3 000 Kilometer erstreckt, davon allein in Mexiko 1 800 Kilometer. Weitere wichtige Flüsse sind Balsas Pánuco, Grijalva und Usumacinta im Süden und Conchos im Norden. Im Landesinnern ist der Río Grande de Santiago bedeutend. Er entspringt als Río Lerma in Toluca, speist den Chapalasee und fließt als Río Grande de Santiago weiter. Der Chapalasee im Westen ist das größte Binnengewässer. Im Tal von Mexiko liegen mehrere Seen mit geringer Tiefe. Mexiko verfügt nur über wenige gute Häfen. Tampico, Veracruz Llave und Coatzacoalcos (Puerto México) sind die größten Häfen am Golf von Mexiko. Zu den Häfen am Pazifik gehören Acapulco de Juárez, Manzanillo, Mazatlán und Salina Cruz.
Klima Der Wendekreis des Krebses teilt Mexiko in zwei Teile. Die südliche Landeshälfte gehört daher zur tropischen Zone, die nördliche zur subtropischen. Das Klima ist je nach Höhenlage unterschiedlich. Zur Tierra caliente (heißes Land) gehören die tief liegenden Küstenebenen, die von Meereshöhe bis auf etwa 800 Meter reichen. Das Klima ist extrem feucht mit maximalen tageszeitlichen Temperaturunterschieden von annähernd 50 °C. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 25 °C. Die Tierra templada (gemäßigtes Land) reicht von etwa 800 bis 1 700 Meter Höhe mit Jahresdurchschnittstemperaturen von 16,7 bis 21,1 °C. Die Tierra fría (kaltes Land) umfasst Höhenlagen von etwa 1 800 Meter und reicht bis zur Vegetationsgrenze in etwa 4 700 Meter Höhe. Die Durchschnittstemperaturen liegen zwischen 15 und 17,2 °C. Die Durchschnittstemperatur in Mexiko-Stadt (in 2 300 Meter Höhe gelegen) beträgt im Januar 12,6 °C und im Juli 16,1 °C. In den gleichen Monaten liegt die Durchschnittstemperatur in Monterrey bei 14,4 bzw. 27,2 °C. Auf einigen Vulkangipfeln gibt es noch eine weitere Höhenstufe, die Tierra helada (Schneeregion). Sie beginnt erst in Lagen ab etwa 4 700 Meter Höhe und die Jahresdurchschnittstemperatur liegt unter 10 °C.
Auf der pazifischen Seite herrscht ein wechselfeuchtes Klima mit ausgeprägter Regenzeit. Sie dauert von Mai bis Oktober. Obwohl einige Gebiete im Süden Mexikos jährliche Niederschlagsmengen zwischen 990 und 3 000 Millimeter aufweisen, erhalten die meisten Teile des Landes keinen ausreichenden Niederschlag. Durchschnittlich fallen in der Tierra templada jährlich etwa 600 Millimeter Niederschlag, in der Tierra fría etwa 460 Millimeter und im Norden ungefähr 250 Millimeter. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt in Mexiko-Stadt durchschnittlich bei 747 Millimetern und in Monterrey bei 588 Millimetern.
Flora und Fauna Die großen Küstengebiete und die zahlreichen Gebirgszüge in Mexiko beherbergen weltweit die größte Vielfalt an Ökosystemen und Lebensräumen. Die geographische Lage des Landes führte zu einer außergewöhnlichen Zusammensetzung der Flora und Fauna. Mexiko wird in Bezug auf seine Artenvielfalt nur von Indonesien, Brasilien und Kolumbien übertroffen. Die Pflanzenwelt ist auch wegen des breiten Temperaturbereichs in Mexiko äußerst vielseitig. Vorherrschende Vegetationsformen sind Steppen, Dornstrauch- und Sukkulentenvegetation, an feuchten Berghängen im Süden gedeiht tropischer Regenwald. Im Norden gibt es Kakteen, Palmlilien, Agaven und Mesquiten. Die Tierra caliente ist dicht bewachsen mit einer großen Vielfalt von Pflanzen. Zu den Bäumen dieser Zone gehören wertvolle Harthölzer, aber auch Kokospalmen, Gummibäume sowie Mandel-, Feigen- und Olivenbäume. An den Berghängen wachsen Eichen, Kiefern und Tannen. In den höchstgelegenen Klimazonen Mexikos findet sich arktische Vegetation. Die Entwaldungsrate ist hoch – 0,46 Prozent (1990–2005) des Waldes werden jährlich neuen Agrarflächen geopfert. Der tropische Regenwald, der einst 6 Prozent der Landesfläche bedeckte, wurde bereits um die Hälfte reduziert. Zu den am meisten gefährdeten Lebensräumen zählen u. a. die Mangrovensümpfe, die Feuchtgebiete an der Küste, der Trockenwald und die trockenen (ariden) Zonen.
Die Klimazonen unterscheiden sich auch in Bezug auf die Tierwelt. Im Norden findet man Wölfe und Kojoten. In den Wäldern an den Berghängen leben Ozelote, Jaguare, Pumas, Nasenbären, Pekaris und Affen. An den Küsten sind Robben anzutreffen. Das Land besitzt die artenreichste Reptilienfauna der Welt, die durch Schildkröten, Schlangen (u. a. Klapperschlangen) sowie Leguane und andere Echsen repräsentiert ist. Es gibt arten- und individuenreiche Bestände an Vögeln, darunter viele Seevögel. Fast ein Drittel der Landwirbeltiere Mexikos sind endemisch. 14 Prozent aller Fischarten der Welt leben in mexikanischen Gewässern, insbesondere die Küstengewässer sind sehr fischreich.
1992 gab es in Mexiko 68 Naturschutzgebiete, einschließlich der 46 Nationalparks, die ungefähr 20 Prozent der Landesfläche einnehmen. Aufgrund der Klassifizierung der einzelnen Gebiete, der vielfältigen Interpretierbarkeit der Gesetze und der damit einhergehenden mangelnden Durchsetzungskraft der Regierung können jedoch nur 0,60 Prozent (2004) der Landesfläche als echte Naturschutzgebiete bezeichnet werden. Viele Schutzgebiete sind von Entwaldung, Wilderern, Müll, Bergbau, Überweidung und Erosion bedroht. Im Rahmen des Biosphären-Programms der UNESCO wurden in Mexiko sechs international anerkannte Biosphärenreservate eingerichtet. Mexiko hat eine Reihe internationaler Umweltabkommen ratifiziert. Diese betreffen die Artenvielfalt, Klimaveränderungen, Desertifikation, den Meeresschutz, die Ozonschicht, Feuchtgebiete und den Walfang. Außerdem wurden ein Verbot der Abfallentsorgung im Meer und ein Verbot von Atomtests beschlossen. Zudem ist Mexiko dem Abkommen zum Schutz des Karibischen Meeres beigetreten.
Das Reich der Azteken Im 11. Jahrhundert wurden die Tolteken von den Chichimeken, die die toltekische Zivilisation übernahmen, besiegt und vertrieben. Ein Jahrhundert später drangen sieben miteinander verbündete Nahuastämme vom Norden her in das Tal ein. Sie kamen wahrscheinlich aus der Gegend des heutigen New Mexico und Arizona. 1325 gründeten die Azteken, nach dem führenden Stamm auch Mexica genannt, in dem von Sümpfen umgebenen Gebiet in Texcoco, in einem der Talseen eine Siedlung mit dem Namen Tenochtitlán. Als die Siedlung größer wurde, sicherte man sie durch den Bau von Dämmen, die das Wasser der umliegenden Sümpfe aufstauten und die Stadt zu einer uneinnehmbaren Inselfestung machten. Unter Itzcoatl, ihrem ersten Kaiser, dehnten die Azteken ihr Einflussgebiet auf das gesamte Tal von Mexiko aus und wurden damit im 15. Jahrhundert zur vorherrschenden Macht im zentralen und südlichen Mexiko. Ihre Kultur, die auf der der Tolteken und Chichimeken gründete, war hoch entwickelt. Die Wirtschaft dieser Kultur war von der Landwirtschaft abhängig, vor allem vom Maisanbau. Als sich ihr Reichtum und ihre Macht vergrößerten, bauten die Azteken riesige Städte und entwickelten ein kompliziertes soziales, politisches und religiöses Gesellschaftssystem.
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